• Martin Rauter

Mehr Geringverdienende von Jobverlusten betroffen

Die Rezession infolge der Coronavirus-Krise bedeutet einen leichten Rückschlag für die Einkommenselite, aber die Schwächsten der Gesellschaft wurden härter getroffen als je zuvor. (vgl. Long et al. 2020) Rund drei Viertel der seit Mitte April gefährdeten ArbeitnehmerInnen verdienten weniger als USD 40.000 jährlich. (vgl. Lund et al. 2020, 6) Generell haben 47 Prozent der Angestellten im Niedriglohnsektor selbst oder jemand in ihrem Haushalt mit Coronavirus-bedingtem Arbeitsplatzverlust oder Lohnkürzungen zu kämpfen. Im Vergleich dazu waren 42 Prozent der Personen mittleren und 32 Prozent jener höheren Einkommens damit konfrontiert. (vgl. Parker et al. 2020, 7). Am ersten Höhepunkt der Pandemie gingen Arbeitsplätze im Niedriglohnsektor achtmal schneller verloren als im Hochlohnsektor. Der Trend ist eindeutig: Je weniger man im Job verdiente, desto wahrscheinlicher war es, diesen zu verlieren. Die am stärksten betroffenen Sektoren (Restaurants, Hotels, Unterhaltungseinrichtungen) beschäftigen überproportional viele Frauen und Minderheiten. Der dortige Durchschnittsgehalt: USD 17 pro Stunde. (vgl. Long et al. 2020) Junge Menschen zahlen den größten Tribut: ArbeitnehmerInnen unter 35 Jahren machen 36 Prozent der US-Arbeitskräfte aus, aber 49 Prozent der Neoarbeitslosen. Das liegt daran, dass jüngere Menschen häufiger Teilzeitjobs annehmen und noch nicht so lange in Unternehmen sind. Außerdem haben ArbeitnehmerInnen ohne Bachelorabschluss doppelt so oft gefährdete Jobs. Sie machen 58 Prozent der US-Arbeitskräfte aus, aber 82 Prozent aller gefährdeten Arbeitsplätze. (vgl. Lund et al. 2020, 6/8) Der Telearbeits-Boom begünstigt besser ausgebildete ArbeitnehmerInnen. Während sechs von zehn Personen mit Hochschulabschluss von zuhause arbeiten, sind es bei Personen mit High-School-Abschluss nur eine/r von sieben. (vgl. Long et al. 2020) Auch Sparen ist für Erwachsene mit niedrigem Einkommen schwerer: 51 Prozent jener, die vor Corona gespart haben, tun das momentan weniger. Nur 21 Prozent der Gutverdienenden haben dieses Problem. Geht es vom Jobverlust zurück auf den Arbeitsmarkt, dann eher für Erwachsene mittleren und höheren Einkommens. (vgl. Parker et al. 2020, 8/14)





Literaturverzeichnis.


Long, Heather; Van Dam, Andrew; Fowers, Alyssa & Shapiro Leslie (2020). The covid-19 recession is the most unequal in modern U.S. history. Washington Post. Abgerufen am 12.12. 2020 von https://www.washingtonpost.com/graphics/2020/business/coronavirus-recession-equality/.


Lund, Susan; Ellingrud, Kweilin; Hancock, Bryan & Manyika, James (2020). COVID-19 and jobs: Monitoring the US impact on people and places. McKinsey. Abgerufen am 12.12.2020 von https://www.mckinsey.com/industries/public-and-social-sector/our-insights/covid-19-and-jobs-monitoring-the-us-impact-on-people-and-places.


Parker, Kim; Minkin, Rachel & Bennett, Jesse (2020). Economic Fallout From COVID-19 Continues To Hit Lower-Income Americans the Hardest. Pew Research Center. Abgerufen am 12.12.2020 von https://www.pewsocialtrends.org/2020/09/24/economic-fallout-from-covid-19-continues-to-hit-lower-income-americans-the-hardest/


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