• Julius Fried

Electoral College II: 48 von 50 Bundesstaaten benutzen das Wahlverfahrenssystem des Winner-takes-all

Wie bereits im vorherigen Fakt erwähnt, benutzen fast alle Bundesstaaten, mit Ausnahmen von Maine und Nebraska, das Prinzip des „Winner takes it all“. Hierbei werden die Wahlleute ins Wahlgremium (Electoral College) nach den jeweiligen Siegern (Entweder eines demokratischen oder eines republikanischen Präsidentschaftskandidaten) eines Bundesstaats nach Washington geschickt, jenem Ort, an dem die Prozesse im Electoral College stattfinden. Und hierbei gibt es eine wesentliche Auffälligkeit: Denn in gleich 17 der 50 Bundesstaaten sind die Wahlleute nicht verpflichtet, dem SiegerIn eines jeweiligen Bundesstaats dann auch schlussendlich ihre Stimme im Wahlgremium zu geben, in den restlichen 33 Bundesstaaten inklusive Washington DC sind diese wiederum per Gesetz dazu verpflichtet, nach den Ergebnissen im jeweiligen Bundesstaat, aus welchem sie in die Hauptstadt entsendet wurden, im Wahlgremium zu stimmen. Diese außergewöhnlichen Umstände könnten das endgültige Ergebnis, wer künftig im Weißen Haus Platz nehmen darf, theoretisch beeinflussen und zu Gunsten des Wahlverlierers drehen, dies ist aber bis jetzt in der US-Geschichte bei den vergangenen Abstimmungen im Electoral College noch nicht passiert.


Sehr wohl ist es in der Vergangenheit aber passiert, dass nach dem amtlichen Wahlergebnis, wie viele Wahlleute ein demokratischer oder republikanischer Präsidentschaftskandidat für sich reklamieren konnte, nicht alle Wahlleute des jeweiligen Wahlgewinners bei den Prozessen im Wahlgremium auch für ihn oder sie stimmten. Bei den vergangenen Präsidentschaftswahlen 2020 erreichte, wie bereits bekannt ist, Joe Biden (nach Wahlleuten betrachtet) ein Ergebnis von 306 Wahlmänner und Donald Trump ein Resultat von 232. Genau dieselbe Anzahl an Stimmen gab es dann auch bei den Abstimmungen im Electoral College für den künftigen (Biden) und den aktuell noch amtierenden (Trump). 2016 hingegen hat das Bild im Wahlgremium ein wenig anders ausgesehen und es war gleichzeitig auch ein historischer Moment in den Vereinigten Staaten, den erstmals seit mehr als 200 Jahren bildete das Ergebnis im Electoral College die Resultate der Präsidentschaftswahl von 8.November 2016 nicht ab: Hier gab es gleich sieben abweichende Stimmen, hier stimmten gleich fünf Wahlleute nicht für die damalige demokratische Präsidentschaftskandidatin Hilary Clinton und zwei nicht für den jetzigen republikanischen US-Präsidenten Donald Trump, sondern für andere politische Persönlichkeiten.





Literaturverzeichnis


Vgl.: Electoral College Fast Facts. Online verfügbar: https://history.house.gov/Institution/Electoral-College/Electoral-College/ (Abgerufen am 24.12.2020)

Vgl.: Wahlmänner wählten Donald Trump zum Präsidenten. 20.12.2016. Online verfügbar: https://www.diepresse.com/5136566/wahlmanner-wahlten-donald-trump-zum-prasidenten (Abgerufen am 24.12.2020)

Vgl.: Wahlleute stimmen über künftigen Präsidenten ab. 14.Dezember 2020. Online verfügbar: https://www.zeit.de/politik/ausland/2020-12/us-wahl-joe-biden-donald-trump-electoral-college-abstimmung (Abgerufen am 24.12.2020)

Vgl.: 2016 Electoral College Results. Online verfügbar: https://www.archives.gov/electoral-college/2016 (Abgerufen am 24.12.2020)

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