• Valentin Zanon

Der Wahlkampf 2020 ist der mit Abstand teuerste in der Geschichte


14 Milliarden US-Dollar wurden 2020 für die Präsidentschaftswahl sowie für die Kongresswahlen insgesamt ausgegeben – doppelt so viel wie noch 2016 (Center for Responsive Politics). Joe Biden ist der erste Präsidentschaftskandidat, der eine Milliarde US-Dollar an Wahlkampfspenden für Wahlwerbung ausgab. Trump hingegen verbuchte knapp 770 Millionen US-Dollar auf seinem Ausgabenkonto, obwohl er bereits sehr früh in seiner Amtszeit damit begann, die Spendentrommel für seine erhoffte Wiederwahl zu rühren. Ein anderer Präsidentschaftsanwerber, der auf der Rangliste der höchsten Wahlkampfausgaben heraussticht, heißt Michael Bloomberg. Der ehemalige Bürgermeister von New York und Inhaber mehrerer Medienhäuser ist einer der reichsten Menschen der Welt. Der Federal Election Commission, der US-amerikanischen Wahlbehörde, zufolge gab Bloomberg mit 1,1 Milliarden US-Dollar sogar noch mehr aus als sein Parteikollege Biden. Geholfen hat ihm das wenig. Nachdem er bei den Vorwahlen mit Verspätung angetreten war, scheiterte er klar am neu gewählten Präsidenten Joe Biden.


Das Scheitern von Michael Bloomberg ist ein weiteres Beispiel dafür, dass eben nicht automatisch die Person gewinnt, die am meisten Geld in den Wahlkampf pumpt. Allerdings gibt es einige Anzeichen dafür, dass ein gewisser Schwellenwert an Wahlkampfausgaben überschritten werden muss, damit überhaupt eine Chance auf einen Wahlsieg besteht (vgl. Hebenstreit 2020, 440). Große Summen an Spendeneinnahmen sind also mehr Voraussetzung und weniger Garant für einen siegreichen Wahlkampf.


Dazu passt auch, dass das Democratic Congressional Campaign Committee, eine Körperschaft, die demokratische KandidatInnen für das Repräsentantenhaus bei ihren Wahlkämpfen unterstützt, einigen Abgeordneten zu intensivem Eintreiben von Spendengeldern rät. Intensiv heißt dabei vier Stunden täglich (vgl. Hebenstreit 2020, 440). Eine tiefgreifende Änderung der Gesetzeslage in Bezug auf Wahlkampfausgaben ist in naher Zukunft unwahrscheinlich.




Literaturverzeichnis


Center for Responsive Politics (2020): 2020 election to cost $14 billion, blowing away spending records. https://www.opensecrets.org/news/2020/10/cost-of-2020-election-14billion-update/. [15.12.2020].

Federal Election Commission (2020): Spending: by the numbers. https://www.fec.gov/data/spending-bythenumbers/?office=P. [15.12.2020].

Hebenstreit, Jörg (2020): Lobbyismus und Wahlkampffinanzierung. In: Lammert, Christian et al. (Hrsg.) Handbuch Politik USA. S. 387-404; Wiesbaden: Springer VS. DOI: 10.1007/978-3-658-23845-2_41.

Recent Posts

See All

United States Space Force

Die United States Space Force ist die Raumfahrtabteilung des US-Militärs und wurde am 19. Dezember 2019, von Trump’s Administration eingeleitet und im Kongress rechtmäßig eingerichtet (vgl. Fukazawa 2

Exodus von Silicon Valley in 2020

Silicon Valley in Kalifornien war der Mittelpunkt aller Tech-Unternehmen und Start-Ups. Jedoch scheinen jetzt viele große Tech-UnternehmerInnen sowie InvestorInnen in andere Orte wie Austin (Texas), M

Die aktive Minderheit an der Twitter-Spitze

92% aller Tweets werden von einer 10% Minderheit der Twitter-Accounts produziert und die meisten von ihnen sind Demokraten Während des Höhepunktes der Wahlkampagne 2020 wurde die Mehrheit der Tweets i